axantis insights

Wo bleibt der menschliche Faktor?

von Evelyn Emig-Nees am 23.02.2015

 

Key Account Manager ist nicht gleich Key Account Manager. Normalerweise bietet ein Key Account Manager seinen Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung an.

 

Als Key Account Manager im Recruitment sieht es allerdings ein bisschen anders aus. Denn wir haben Kunden in beiden Richtungen zu betreuen: Auf der einen Seite haben wir die auftraggebenden Kunden, deren Anfragen wir optimal bedienen möchten. Auf der anderen Seite haben wir die Kandidaten, die wir gezielt für die Projekte unserer auftraggebenden Kunden aussuchen. Ja, die Mitarbeiter, die wir vermitteln, zählen wir selbstverständlich auch zu unseren Kunden. Einerseits weil sie eben keine Produkte, sondern Menschen sind, andererseits weil wir sie genauso brauchen wie wir unsere auftraggebenden Kunden brauchen. Denn ohne Mitarbeiter keine Kunden und umgekehrt!

 

Wir helfen also sowohl unseren auftraggebenden Kunden, die optimalen Fachkräfte für ihre Projekte, als auch unseren Mitarbeitern (seien es eigene Angestellte, Freelancer oder Angestellte unserer Partner), das optimale Folgeprojekt zu finden. Wir bringen Menschen zusammen! Und daher sollte man meinen, dass gerade in unserer Branche der menschliche Faktor eine große Rolle spielt. Wir sehen das jedenfalls so und deshalb legen wir Wert darauf, unsere Kontakte zu pflegen: Kundenkontakte, Freelancerkontakte und auch Partnerkontakte. Wir legen großen Wert auf eine offene und faire Kommunikation und bemühen uns, unseren Kandidaten auch immer ein zeitnahes Feedback zu geben. Und das schätzen unsere Geschäftspartner auch immer.

 

Allerdings ist gerade dieser menschliche Faktor in unserer Branche irgendwo auf der Strecke geblieben.Vor ein paar Jahren war es noch völlig normal, einen persönlichen Kontakt zu den einzelnen Ansprechpartnern bei den Kunden aufzubauen und zu pflegen. Das wurde von allen Seiten geschätzt und das hatte den Vorteil für uns Key Account Manager, dass man fehlende Informationen (z.B. über relevante Skills oder sonstige Erwartungen der Projektleiter) immer direkt beim zuständigen Projektleiter erfragen konnte und schnell eine klare Antwort bekam.

 

Inzwischen ist der direkte Kontakt mit den Fachabteilungen nicht mehr erwünscht. Bei den meisten Kunden laufen die Anfragen entweder über Lieferantenportale, über die man die Profile der Kandidaten hochladen muss. Oder über Ressourcen Manager, die häufig nicht einmal mehr ihre Telefonnummer in der Signatur ihrer E-Mails hinterlegen oder im Ausland sitzen. Eine direkte Kontaktaufnahme zu den Fachabteilungen ist den Lieferanten strengstens untersagt.

 

Das wäre alles nicht einmal so schlimm, wenn man wenigstens auf die Fragen, die man über das Portal oder an die Ressourcen Manager stellt, eine Antwort bekommen würde. Aber das kommt leider immer seltener vor. Die meisten Ressourcen Manager haben die Vorgabe, den Projektleitern, die keine Zeit haben, den Rücken freizuhalten. Aber sie selbst haben so viel Arbeit auf den Tisch, dass sie kaum Zeit für ihre Lieferanten haben.

 

 

Wenn ein Zahlendreher den IT-Experten knapp 6.000 Euro kostet

von Ralph Günther am 11.02.2015

 

Zahlen, Zahlen und nochmal Zahlen… ein IT-Experte muss im Business täglich damit hantieren, ganz gleich ob bei anspruchsvollen Programmiercodes oder in Form schnöder Excel-Tabellen. Doch das tückische an Zahlen: ein kleiner Fehler verändert das komplette Projekt. So erging es auch einem IT-Experten, der Buchungscodes eines Kunden zu verwalten hatte.

Ralph Günther ist Gründer des Versicherungsportals exali.de, er lässt uns heute hinter die Kulissen blicken und zeigt an einem Fall aus der Praxis, wie schnell ein Tippfehler richtig teuer werden kann.

Wenn die Zeit drängt….

Den IT-Experten aus meinem aktuellen Beispiel hat es so richtig übel erwischt. Jeder kennt die Situation: Der Kunde ruft an und braucht ganz dringend und schnell eine Änderung. So auch in diesem Fall, bei dem der Auftrag lautete die Komponenten zur Erstellung von DTAUS-Dateien anzupassen. DTAUS-Dateien wurden in Zeiten vor SEPA-Überweisungen an die Bank übermittelt, um eine große Anzahl an Lastschriften automatisch auszuführen.

Der Anruf des Kunden erreichte den IT-Experten am frühen Abend, die Änderung sollte bis zum nächsten Morgen abgeschlossen sein. Unter Hochdruck arbeitete der IT-ler am Austausch der Komponenten und machte dabei einen Fehler mit weitreichenden Folgen. Anstelle der Kennziffer 5 hat er die Kennziffer 2 eingegeben.

Hohe Kosten für einen Zahlendreher

Die Folge: Über 850 Lastschriftaufträge konnten nicht ausgeführt werden und gingen demnach inklusive Bearbeitungsgebühr der Bank pro „geplatzter" Lastschrift zurück.

Die hundertfachen Gebühren und der Mehraufwand des Kunden beliefen sich insgesamt auf eine Summe von knapp 6.000 Euro. Diesen Schaden wollte der Kunde natürlich vom IT-Experten erstattet haben. Schließlich waren der Ärger und die Kosten auf dessen Zahlendreher zurückzuführen.

 

Umsatzsteuer-Voranmeldung als wiederkehrende Ausgabe

von Hendrik Miller am 23.01.2015

Problematik Lastschrifteinzug in den Jahren 2015 und 2016

Sofern Sie ihren Gewinn als Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben ermitteln (u. a. Vereinfachung für Selbständig Tätige i. S. d. § 18 EStG), gilt in der Regel der Zu- oder Abfluss im entsprechenden Wirtschaftsjahr.

 

Verwunderlich wäre aber, wenn es in Deutschland nicht eine Ausnahme davon gäbe.

 

Gesetzliche Grundlage

 

Ausgangslage sind die beiden Ausnahmeregelungen vom Zu- und Abflussprinzip in § 11 Abs. 1 S.2 und § 11 Abs. 2 S. 2 EStG unter folgenden Voraussetzungen:

 

,,Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben"

Umsatzsteuererstattungen sind regelmäßig wiederkehrende Einnahmen. Umsatzsteuervoraus-zahlungen sind regelmäßig wiederkehrende Ausgaben (BFH Urteil vom 1.8.2007, XI R 48/05, BStBI. II 2008 S. 282).

 

,,Kurze Zeit"

Als kurze Zeit definiert die Rechtsprechung im Regelfall (mit Ausnahmen) einen Zeitraum von 1O Tagen vor und nach Ende des Kalenderjahres.

 

,,Wirtschaftliche Zugehörigkeit"

Die Umsatzsteuererstattungen und die Umsatzsteuervorauszahlungen gehören nur insoweit zum jeweiligen Veranlagungszeitraum, wenn sowohl Fälligkeit, als auch Abfluss in der ,,kurzen Zeit" liegen. Erfolgt zwar einerseits der Zu- bzw. der Abfluss innerhalb dieses Zeitraums, ist aber der Anspruch andererseits noch nicht fällig, ist § 11 Abs. 1 S. 2 und § 11 Abs. 2 S. 2 EStG nicht anwendbar.

 

Fälle des § 108 Abs. 3 AO

Ist eine Umsatzsteuervorauszahlung an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag fällig, verschiebt sich die Fälligkeit nach § 108 Abs. 3 AO auf den nächsten Werktag. In solchen Fällen kann die Zahlung erst im Veranlagungszeitraum der tatsächlichen Zahlung als Betriebsausgabe erfasst werden, da die Fälligkeit nicht mehr innerhalb des 10- Tage-Zeitraums liegt.

 

 

Ist Scheinselbständigkeit strafbar?

von Dr. Benno Grunewald am 08.12.2014

 

I. Grundsatz

Bei Thema Scheinselbständigkeit geht es fast immer ausschließlich um die von der DRB (Deutsche Rentenversicherung Bund) geforderten Beiträge zur Sozialversicherung. Strafrechtliche Aspekte spielen regelmäßig keine Rolle. Allerdings: Wird ein Verfahren durch den Zoll durch eine Überprüfung - oder durch das Finanzamt im Rahmen einer Steuerprüfung - eingeleitet, gelangen die Akten regelmäßig zum Staatsanwalt. Und dieser wird ebenfalls regelmäßig ein Ermittlungsverfahren und häufig auch ein Strafverfahren einleiten.

 

II. Strafbarkeitsrahmen und Betroffene

Der Ausgangspunkt

Die DRB interessiert sich „nur" fürs Geld, also den Beiträgen zur Sozialversicherung. Ganz anders sieht es aus, wenn die Prüfung auf Scheinselbständigkeit durch den Zoll oder das Finanzamt erfolgt. Der Zoll, der in seinem Aufgabengebiet mittlerweile auch das Thema Schwarzarbeit und damit auch Scheinselbständigkeit hineingeschrieben bekommen hat, geht eher polizeilich vor. Häufig werden Razzien mit hohem Personalaufwand vor Ort durchgeführt und dabei meist auch versucht, betroffene Selbständige zu befragen um weiteres belastendes Material gegen den Auftraggeber zu erhalten. Häufig werden die betroffenen Selbständigen dann später angeschrieben und zu einem Gesprächstermin „eingeladen".

 

Das Finanzamt ist regelmäßig – wie die DRB – ebenfalls zunächst nur am Geld – also den Steuern – interessiert. Es kommt aber durchaus vor, dass auch das Finanzamt das Thema Scheinselbständigkeit aufgreift, so kann dies beispielsweise im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung geschehen, wenn das Finanzamt der Auffassung ist, dass die an Selbständige gezahlten Honorare lohnsteuerpflichtig seien, da es sich eben – nach Auffassung des Finanzamts - nicht um Selbständige handelt. Auch dies führt meist zusätzlich zur Abgabe der Angelegenheit an den Staatsanwalt.

 

Der Auftraggeber

Im Mittelpunkt eines Strafverfahrens steht der Auftraggeber. Ist die DRB bzw. der Staatsanwalt der Überzeugung, dass der freie Mitarbeiter des Auftraggebers eigentlich scheinselbständig, d.h. letztlich sozialversicherungspflichtig ist, kann dem Auftraggeber der strafrechtliche Vorwurf des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt und Sozialversicherungsbeiträgen (§ 266 a StGB) gemacht werden.

 

Der Vorwurf richtet sich bei einem Einzelunternehmen an den Unternehmer selbst und bei juristischen Personen wie beispielsweise einer GmbH an den Geschäftsführer.

 

Die Verwirklichung des Straftatbestands ist mit Freiheitstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bedroht. Es handelt sich um ein Delikt, welches Vorsatz voraussetzt, wobei bedingter Vorsatz (dolus eventuales) genügt.

 

Zwar muss die „Gegenseite", also der Staatsanwalt, den Beweis dafür führen – allerdings liegt diese Schwelle aufgrund des ausreichenden bedingten Vorsatzes relativ niedrig. Daher sollte sich ein betroffener Auftraggeber unbedingt entsprechend rechtlich beraten lassen, bevor er sich – wenn überhaupt - in der Angelegenheit selbst äußert. Hinzu kommt, dass sowohl der Staatsanwalt als auch das Gericht mit der Materie „Scheinselbständigkeit" meist nicht sehr vertraut sind. So erlebe ich es immer wieder, dass bereits die Bereiche Scheinselbständigkeit und Rentenversicherungspflicht oft durcheinander gebracht und werden.

 

Daher ist es regelmäßig sinnvoll und auch notwendig, auch und gerade die sozialrechtlichen Hintergründe und Zusammenhänge darzustellen, auf denen die strafrechtlichen Überlegungen basieren.

 

Denn allein durch eine differenziertere Beurteilung dieser Sach- und Rechtslage in sozialrechtlicher Sicht können strafrechtlich relevante Tatbestande anders bewertet werden bzw. z.T. entfallen.

 

 

Teurer IT-Fail: Update zerschießt Artikeldatenbank eines Webshops

von Ralph Günther am 27.11.2014

Wer arbeitet macht Fehler, dieses Sprichwort gilt auch für IT-Experten. Meist reicht schon ein kleinerer Programmierfehler und die Systeme des Kunden laufen nicht mehr rund. Daten werden falsch angezeigt, Seiten sind nicht abrufbar und im schlimmsten Fall streikt die komplette IT. Aktuelle Backupdateien sind da wie eine Zeitkapsel: Der IT-Experte kann „einsteigen" und zu dem Zeitpunkt zurückreisen, bevor der Fehler durch ein Update ins System gelangte. Umso fataler wird der Fehler, wenn dann auch noch die Sicherungskopie fehlt und eine „Zeitreise" nicht möglich ist.

 

Ralph Günther, Gründer des Versicherungsportals exali.de zeigt an einem Fall aus der Praxis, wie schnell im IT-Business kleine Fehler zu großen Problemen führen und wie sich IT-Experten absichern können.

 

Der aktuelle Fall des IT-Experten

Eigentlich sollten mit dem Update neue Artikel ins Shopsystem des Kunden – eine Werbeagentur mit angeschlossenem Technikverleih und Verkauf – importiert werden. Doch mit dem Update passierte ein fataler Fehler!

 

Es wurden nicht nur, wie geplant, neue Produkte eingespielt, sondern versehentlich auch bestehende Werte im Angebotssystem des Kunden überschrieben. Bei insgesamt 1.800 Artikeln waren Lieferzeiten, Preise und Export auf den Default-Wert zurückgesetzt. Das bedeutet, dass nicht nur das Bestellsystem des Kunden vollkommen durcheinandergebracht war, externe Produktsuchmaschinen waren durch das Update ebenfalls betroffen. Die Daten, die aus dem System des Kunden an die Suchmaschinen geschickt wurden, waren durch das Update ebenfalls fehlerhaft. Das hätte im schlimmsten Fall dazu führen können, dass Suchmaschinen falsche Produktpreise und Produktinformationen anzeigen.

 

Im Kundensystem herrschte also das blanke Chaos. Besonders ärgerlich: Der IT-Experte hatte den Fehler nicht selbst bemerkt, die Mitarbeiter der Werbeagentur merkten erst einige Tage nach dem Update, dass unzählige Werte fehlerhaft waren.

 

Der IT-Dienstleister hatte den Import zwar zuvor im Testsystem geprobt, dabei ist aber nicht aufgefallen, dass sich das Update auch auf die bestehenden Werte auswirkte.

 

Schaden für die Werbeagentur

Nun wäre eine aktuelle Sicherungskopie, mit den Daten vor dem fatalen Update, wohl die einfachste Lösung gewesen: Alles zurück auf Anfang, die Daten auf den früheren Wert zurücksetzen und das Update überarbeiten. Die Auswirkungen des Fehlers wären damit schnell behoben gewesen.

 

Doch es existierte keine aktuelle Sicherungskopie: Seit einigen Monaten funktionierte die Erstellung von Backup-Dateien auf dem Webserver nicht. Der aktuellste vorhandene Datensatz war viele Wochen alt und damit unbrauchbar.

 

Ein Problem, dass den IT-Experten hätte entlasten können. Denn eine existierende und regelmäßige Datensicherung ist eine Pflicht der Werbeagentur. Besteht diese nicht oder ist nicht verwendbar, trifft den Kunden zumindest eine Teilschuld. Im vorliegenden Fall war jedoch der IT-Experte auch dafür zuständig und musste auch dieses Problem auf die eigene Kappe nehmen.

 

Übrigens ein nicht ungewöhnlicher Umstand. Häufig kommt es zu Schäden, da mehrere Fehlerquellen zusammenkommen: Hier das misslungene Update sowie die fehlerhafte Datensicherung.

 

Für den Kunden bedeutete das: Jede Menge zusätzliche Arbeit! Alle 1.800 Artikel und deren Werte mussten von Hand überprüft und angepasst werden. Da durch das Update aber nicht nur die Daten im System des Kunden überschrieben wurden, sondern auch der Export für Produktsuchmaschinen betroffen war, mussten dessen Mitarbeiter nach stundenlanger Kleinstarbeit in der Datenbank des Kunden, zusätzlich sämtliche Exportdateien neu erstellen und definieren. Insgesamt dauerte die Aufräumaktion sieben ganze Tage.

 

Wer zahlt für den Fehler?

Der Schaden der Werbeagentur wurde in diesem Fall eindeutig durch einen Fehler des IT-Experten verursacht. Für die Zusatzarbeit seiner Mitarbeiter forderte der Kunde deshalb auch Schadenersatz in vierstelliger Höhe vom IT-Experten.

 

 

Archiv

Was passiert bei facebook?

Was passiert bei Twitter?

axantis AG

SAP FI NewGL Berater / new FI-AA / Migration, Laufzeit: 01.04.2019 - 29.05.2020, 90 Tage, Großraum Stuttgart bit.ly/2JGoIpi

axantis AG

SAP LMPC Berater / PP / Prozesse, Start: asap, Laufzeit: ca. 6 Tage, Darmstadt bit.ly/2JE4uMJ

Kontakt

Udo Stoll

marketing(at)axantis.com+49 (0) 711 72 72 76 - 0

Mit axantis verbinden