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Der Kunde als Versuchskaninchen – warum sich Testsysteme rechnen

am 15.05.2014 von Uwe Petermann

 

Wiedermal musste ich erleben, das ein Update auf ein neues Softwarerelease massive Probleme bereitete. In den aktuellen Fällen waren die Upgrades zur Softwareprodukten, namhafter weltweit vertretener Unternehmen von denen man es eigentlich nicht erwartet, mit gravierenden Fehlern ausgeliefert worden. Die Anwendungen wurden instabil oder es waren wichtige Features nicht mehr nutzbar weil defekt. In solchen Fällen gewinnt man als Anwender den Eindruck, als Produkttester missbraucht zu werden und ist in seinem Vertrauen zum Renommee großer Hersteller nachhaltig erschüttert.

 

Es ist leider kein Einzelfall das nach Softwareupdates und -Patches Fehler der Vorversionen korrigiert sind und sich dafür neue Fehler eingeschlichen haben. Das wir bei komplexen Softwareprodukten immer mit Programmierfehlern rechnen müssen, sind wir IT-Experten inzwischen gewohnt. Mit kleinen Bugs kann man ggf. Leben, aber tragisch wird es wenn dann die "verbesserte" Software instabil läuft, nahezu unbrauchbar ist und so Produktionsstillstände provoziert. In den zuletzt erlebten Fällen waren die Systeme bis zu zwei vollen Tagen offline – schon bei etwa 30 bis 50 betroffenen Nutzern können die Schäden für den Kunden/Auftraggeber schnell in fünfstellige Summen gehen.

 

Es ist auch nicht immer trivial, wieder die Vorversion zurück zu sichern. Damit die Rücksicherung wieder lauffähig wird, sind bei großen Systemen oft viele Schritte und entsprechend Zeit notwendig – Ausfallzeit! Um dieses Schadensrisiko zu verringern, empfiehlt es sich zu jedem produktiv betriebenen System parallel Testsysteme zu betreiben – am idealsten als Kopie bzw. Abbild der produktiven Variante. Softwareupdate und Migrationen lassen sich so durchspielen und testen ohne den Betrieb zu gefährden. Ab einer entsprechenden Größenordnung rechtfertigt jeder vermiedene Systemausfall diese Aufwendungen für die Testsysteme. Zumal sich viele dieser Systeme heute virtualisieren lassen, was die Handhabung solcher Tests sehr vereinfacht und die Kosten deutlich senkt.

 

 

Es hat sich wieder gezeigt, dass man sich nicht auf große Namen von Softwareherstellern verlassen darf und besser selbst Vorsorge trifft. Auch wenn in solchen Katastrophenfällen eventuell Haftungsansprüche geltend gemacht werden können, letztlich bleibt immer ein Restschaden zurück und es dauert oft lange bis man einen Schadensersatz auch realisieren kann.

 

Wer abwägen muss ob man sich ein Testsystem leisten möchte, sollte zwei Tage Totalausfall plus die intensiven Aufwendungen das System wieder zum Laufen zu bringen bzw. den Rücksicherungsaufwand mal dagegen rechen.

 

 

Uwe Petermann, Business Intelligence System Architect


Business Intelligence System Architect
Senior Consultant bei axantis AG

seit über 20 Jahren in der IT tätig, brachte und bringt in vielen Unternehmen unterschiedlichster Branchen sein Know-How und seine Erfahrungen ein. Er ist für IBM Cognos-Produkte zertifizierter Experte, der auch über diese Themengebiet hinaus, auf breit gefächerte Projekterfahrungen zurückgreifen darf.

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