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Kunden aus der Hölle: Drum prüfe, wer sich bindet...

am 09.09.2014 von Jochen Mai

 

Es gibt diesen Moment im Kino, den jede Schauspielerin aus dem Effeff beherrscht: Sie schaut intensiv in die Kamera, lächelt und der Zuschauer glaubt - "Sie meint mich!" Gute Einkäufer haben den Trick genauso drauf. Sie rufen bei einem an, halten einem die Möhre des Auftrags vor die Nase, winken vielleicht noch mit Folgeaufträgen und freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit und Beziehung... Geben Sie trotzdem nicht sofort Ihr Ja-Wort!

 

Erstens, weil Sie Zögern immer aufwertet und klar macht, dass Sie den Auftrag nicht (um jeden Preis) nötig haben; zweitens, weil Sie jedes Angebot, jeden Kompromiss noch einmal genau unter die Lupe nehmen sollten. Das klingt zwar selbstverständlich, nur wird es selten gemacht. Am Ende siegt doch der Wunsch, den Deal abzuschließen. Gefolgt von viel Frust.

 

Denn seien wir ehrlich: Es gibt nicht nur gute Kunden. Die Bandbreite bei den schlechten reicht von unverschämt hohen Nachforderungen über viel zu kurzfristig und reichlich vorgebrachte Zusatzwünsche bis hin zu rechtlichen Schritten, die mancher gegen Freelancer einleitet, wenn die nicht spuren. Solche Probleme lassen sich einfachsten umgehen, indem Sie etwaige Warnzeichen frühzeitig erkennen und vorab wichtige Fragen klären.

 

 

 

Da gibt es beispielsweise folgende Punkte zu beachten:

 

Leistungsumfang

Was genau wird von Ihnen erwartet? Welche Extras sind auf einmal inklusive? Wie viel Zeit und Aufwand wird Sie das kosten? Und wie wahrscheinlich ist tatsächlich der Folgeauftrag? Je nüchterner Sie hier kalkulieren, desto eher bekommen Sie ein Gespür dafür, ob sich der Auftrag wirklich lohnt oder Sie am Ende draufzahlen.

 

Reputation

Jeder Einkäufer versucht Sie im Preis zu drücken, das ist sein Job und nichts Persönliches aber. Aber wenn Ihre Preise nicht so aussehen sollen, als seien sie frei erfunden, verlangen Sie für jedes Zugeständnis auch etwas. Zum Beispiel die Möglichkeit, den Kunden später als Referenz nennen und sein Logo dafür nutzen zu können.

 

Zahlungsmoral

Jeder Freelancer kennt das: Den Auftrag zu bekommen, bedeutet noch lange nicht, ihn auch (rechtzeitig) bezahlt zu bekommen. Holen Sie daher Erkundigungen über das Unternehmen und dessen Zahlungsmoral ein: Wann werden Rechnungen bezahlt - immer zum 15. eines Monats? Oder grundsätzlich erst nach der dritten Mahnung? Auch das gibt es! In dem Fall sollten Sie eine Anzahlung verlangen, die zumindest die Fixkosten deckt.

 

Hellhörig sollten Sie aber immer auch dann werden, wenn immer wieder Verzögerungen auf Seiten des Kunden auftreten, die Sie dann regelmäßig reinarbeiten und aufholen müssen. Oder falls der Kunde stetig seine Wünsche und Erwartungen wechselt, wie andere Leute ihre T-Shirts. Oder wenn telefonisch und schriftlich immer wieder betont wird, wie sehr man Ihre Arbeit schätzt - über den Preis aber dennoch ständig verhandeln will...

 

In dem Fall sollten Sie tatsächlich noch einmal genau prüfen, wie dringend Sie den Auftrag nötig haben.

 

 

Jochen Mai, Spezialist für Social Media Marketing

Jochen Mai zählt seit Jahren zu den einflussreichen Namen des Social Webs.

Der Kommunikationsberater leitete mehr als zehn Jahre das Ressort "Management + Erfolg" bei der WirtschaftsWoche und fungierte einige Jahre als Social Media Manager in der Wirtschaft.

Bekannt wurde er als Gründer und Herausgeber der "Karrierebibel", einem der renommiertesten Job- und Karriereblogs mit mehr als 40.000 täglichen Lesern.

Heute ist Mai Geschäftsführender Gesellschafter von "Growww" der Strategieberatung für Wachstumskommunikation sowie Dozent an diversen Hochschulen.

Weitere Infos finden Sie unter www.karrierebibel.de
und www.growww.de

1 Ihr Kommentar
Doris Graf schrieb am 07.11.2014 16:41:

Hallo Herr Mai, Ihre Empfehlungen kann ich nur unterstreichen.

Soeben habe ich mir, neugierig geworden, Ihre Webseite (growww) angeschaut und bin begeistert: Form, Ansatz, Wording...da gibt es so manche Anregung für meine eigene!

 

Doris Graf, Übersetzungen in Filderstadt

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