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Private KFZ Nutzung

am 15.10.2013 von Hendrik Miller

Aktuelles zur privaten Kfz-Nutzung


Nach wie vor ist die Pkw-Nutzung ein beliebter Streitpunkt mit der Finanzverwaltung, zumal praktisch jeder Gewerbetreibende oder selbständig Tätige ein Fahrzeug betrieblich nutzt.

 

Gerade in letzter Zeit bringt eine Fülle von Gerichtsentscheidungen und Stellungnahmen der Finanzverwaltung wesentliche neue Gesichtspunkte, die Sie kennen sollten.

 

Der geldwerte Vorteil, der sich aus der privaten Nutzung eines betrieblichen Kfz ergibt, ist vom Unternehmer zu versteuern. Die Gewinnerhöhung berechnet sich entweder pauschal anhand der 1%-Regelung oder konkret unter Zugrundelegung eines Fahrtenbuchs. Bemessungsgrundlage für die 1-%-Regelung ist der Bruttolistenneupreis eines Fahrzeugs, unabhängig davon, ob es sich um einen gebrauchten oder neuen Pkw handelt. Selbst Rabatte, die immer öfter vom Händler gewährt werden, werden vom Gesetzgeber ignoriert. Die Privatanteile erhöhen auch die Umsatzsteuer, sofern der Unternehmer vorher die Vorsteuer aus den Pkw-Aufwendungen abgezogen hat.

 

Ein kleiner Lichtblick sind nachträglich eingebaute Sonderausstattungen, wie z. B. die Umrüstung auf Flüssiggasbetrieb. Derartige Kosten bleiben nach Ansicht des BFH außer Ansatz. Anders aber, wenn die Sonderausstattung bereits werkseitig vorhanden war. Für Elektrofahrzeuge gelten wiederum Sondervorschriften, da deren Listenpreis derzeit deutlich höher ist als der Listenpreis von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

 

Um unter diesen doch zweifelhaften Bedingungen zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen, entscheiden sich Unternehmer oft für das eher ungeliebte Fahrtenbuch. Dies lohnt sich umso mehr, je höher der Anteil der betrieblichen Fahrten ist. In durchschnittlichen Fällen entspricht die 1%-Regelung einer fünfzigprozentigen Privatnutzung. In Extremfällen kann die Führung eines Fahrtenbuchs eine Ersparnis von mehreren Tausend Euro pro Jahr bedeuten.

 

Meine tägliche Praxis zeigt aber häufig die Problematik der Ordnungsmäßigkeit des geführten Fahrtenbuchs. Sofern das Fahrtenbuch verworfen wird, führt dies teilweise zu erheblichen Nachzahlungen, denn so kommt rückwirkend die 1%-Regelung zur Anwendung.

 

 

Deshalb möchte ich Ihnen einen Überblick über die  jüngste Entwicklung vermitteln.

 

In welchen Fällen kann das Finanzamt das Fahrtenbuch kippen?   
Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch, anhand dessen der private Nutzungsanteil ermittelt werden soll, setzt nach Ansicht des BFH voraus, dass das Datum und der Zielort der jeweiligen Fahrt eingetragen sind.
Die Entscheidung zeigt einmal mehr, dass es nicht zu empfehlen ist, im Fahrtenbuch lediglich den Ort anzugeben und darauf zu verweisen, dass es an diesem Ort z. B. nur diesen einen Kunden gibt. Wenn Sie kein Risiko eingehen wollen, sollten Sie vielmehr den Kundennamen  sowie den korrekten Straßennamen mit Hausnummer angeben.

Dem BFH reicht es nicht aus, wenn als Fahrziel nur der Straßenname aufgeschrieben wird und sich deshalb das Ziel der Fahrt erst anhand nachträglich geführter Angaben präziseren lässt.
Vorsicht ist ebenso geboten, wenn betriebliche Fahrten über Umwege gefahren werden. In diesem Fall ist ein Vermerk im Fahrtenbuch sehr empfehlenswert.

 

Für welchen Zeitraum ein Fahrtenbuch geführt werden muss, damit es als ordnungsgemäß angesehen werden kann, ist gesetzlich nicht geregelt. Nach Ansicht des Fiskus darf bei demselben Fahrzeug  das Verfahren - also Fahrtenbuchmethode  oder 1%-Regelung - während des Kalenderjahrs nicht gewechselt werden.  Diese Ansicht wurde vom FG Münster geteilt. Notwendig sei vielmehr  ein repräsentativer Zeitraum von mindestens einem Jahr. Ein unterjähriger Wechsel würde Manipulationsmöglichkeiten erleichtern und das Überprüfen auf Richtigkeit erschweren.

 

Die Revision ist mittlerweile beim BFH anhängig. Abzuwarten bleibt, ob sich das oberste Gericht diesem Ansatz anschließt. Bis zur Entscheidung kann ich Ihnen nur vom Wechsel abraten.

 

 

Hendrik Miller, Steuerberater

Schwerpunkt meiner Kanzlei, die seit 1998 in Esslingen ansässig ist,  ist die Beratung und Betreuung mittelständischer und kleiner Unternehmen unterschiedlicher Rechtsformen und Branchen, sowie von Privatpersonen.

Wichtig ist mir die laufende Beratung, sodass Gestaltungen durchführbar sind und Probleme rechtzeitig erkannt werden, um Lösungen erarbeiten zu können.

Weitere Informationen zu mir finden Sie unter www.stb-miller.de

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