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Reisekostenreform 2014

am 14.01.2014 von Hendrik Miller

Unser Gesetzgeber hat zum 01.01.2014 grundlegende Änderungen im steuerlichen Reisekostenrecht eingeführt. Mit den Neuregelungen soll eine vereinfachte Ermittlung der abziehbaren Reiskosten ab 2014 erreicht werden. Von den Neuregelungen sind die Fahrtkosten, Verpflegungsaufwendungen und Übernachtungskosten betroffen.

 

Insbesondere wurde der neue  Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“, deren Bestimmung künftig primär anhand arbeits- oder dienstrechtlicher Festlegungen erfolgen soll, eingeführt.
Hervorzuheben ist, dass der bisherige Begriff der „regelmäßigen Arbeitsstätte“ durch den neuen Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“ ersetzt wird.

 

Entsprechend der bisherigen Systematik des steuerlichen Reisekostenrechts

  • können die Fahrtkosten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte nur in Höhe der Entfernungspauschale als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abgezogen werden
  • ist bei einer Firmenwagengestellung für diese Fahrten ein geldwerter Vorteil zu versteuern
  • werden an der ersten Tätigkeitsstätte keine Verpflegungsaufwendungen berücksichtigt
  • können Unterkunftskosten in diesen Fällen nur bei Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung steuerlich geltend gemacht werden

 

Als erste Tätigkeitsstätte kommt eine ortsfeste betriebliche Einrichtung

  • des Arbeitgebers
  • eines verbundenen Unternehmens (z.B. der Tochter- oder Muttergesellschaft) oder
  • eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten (z.B. eines Kunden oder Entleihers)

in Betracht. Dabei muss es sich um eine dauerhafte Zuordnung zu dieser betrieblichen Einrichtung handeln. Darüber hinaus muss sie auf Dauer angelegt sein.

 

Als typische Fälle gelten

  • die unbefristete Zuordnung
  • die Zuordnung für die Dauer des gesamten Dienstverhältnisses
  • die Zuordnung über einen Zeitraum von 48 Monaten hinaus.

 

Es empfiehlt sich zu prüfen, ob Sie hiervon profitieren können!

 

Erfreulich ist, dass die bisherige dreistufige Staffelung der abziehbaren Verpflegungspauschalen ab 01.01.2014 durch eine zweistufige Staffelung ersetzt wird.

 

Bei einer eintägigen Auswärtstätigkeit von mehr als acht Stunden beträgt die Pauschale ab 2014 im Inland EUR 12,00. Hierbei beginnt die Abwesenheitsdauer mit Verlassen der Wohnung und endet erst mit der Rückkehr zu derselben. Die sogenannte Mitternachtsregelung wird beibehalten. D.h., dass die Pauschale von EUR 12,00 auch dann gilt, wenn die berufliche Tätigkeit über Nacht, aber ohne Übernachtung ausgeübt wird und dadurch die Abwesenheitszeit über acht Stunden liegt.

 

Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland beträgt die Pauschale ab An- und Abreisetag EUR 12,00 und für Zwischentage EUR 24,00. Für den An- und Abreisetag ist eine Mindestabwesenheitsprüfung entbehrlich.

 

 

 

Auch für Tätigkeiten im Ausland gibt es ab 2014 nur noch eine zweistufige Staffelung.

 

Die Berücksichtigung der Pauschalen für die Verpflegungsmehraufwendungen ist weiterhin auf die ersten drei Monate einer beruflichen Tätigkeit an ein und derselben Tätigkeitsstätte beschränkt.

 

Das Bundesfinanzministerium hat in seinem Schreiben vom 11.11.2013 die neuen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für Auslandsdienstreisen, welche ab dem 01.01.2014 zur Anwendung kommen, mitgeteilt. Diese können Sie im Internet unter www.bundesfinanzministerium.de und dort unter Service --> Publikationen --> BMF-Schreiben --> Datum: 11.11.2013 herunterladen.

 

Bei Reisen vom Inland in das Ausland bestimmt sich der Pauschbetrag nach dem Ort, den der Steuerpflichtige vor 24 Uhr erreicht hat. Für eintägige Reisen ins Ausland und für den Rückreisetag aus dem Ausland in das Inland ist der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes im Ausland maßgebend.  

 

Die Pauschbeträge für Übernachtungskosten sind ausschließlich in den Fällen der Arbeitgebererstattung anwendbar. Für den Betriebsausgaben- oder Werbungskostenabzug sind nur die tatsächlichen Übernachtungskosten maßgeblich.

 

 

Hendrik Miller, Steuerberater


Schwerpunkt meiner Kanzlei, die seit 1998 in Esslingen ansässig ist,  ist die Beratung und Betreuung mittelständischer und kleiner Unternehmen unterschiedlicher Rechtsformen und Branchen, sowie von Privatpersonen.

Wichtig ist mir die laufende Beratung, so dass Gestaltungen durchführbar sind und Probleme rechtzeitig erkannt werden, um Lösungen erarbeiten zu können.

Weitere Informationen zu mir finden Sie unter www.stb-miller.de

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